Kreisfeuerwehrbereitschaft Salzgitter im Hochwassereinsatz

Die letzte Juliwoche hat die Freiwilligen Feuerwehren unserer Stadt stark gefordert. Bedingt durch die starken und anhaltenden Regenfälle kam es in unseren Nachbarlandkreisen zu teilweise dramatischen Zuständen und unsere Kreisfeuerwehrbereitschaft wurde mehrfach zur Unterstützung angefordert.

Hochwasserschutz an der Innerste

Am Dienstagabend wurden 126 Einsatzkräfte mit 20 Fahrzeugen entsandt, um in Hildesheim zu helfen. Die Hauptaufgabe bestand darin, Sandsäcke auf dem dortigen Bauhof zu füllen (in Summe waren ca. 40.000) und anschließend am Technikhaus des Freibades zu verbauen. Dieses wurde erst kürzlich modernisiert. Unterstützt wurden wir hier u. a. durch die Kreisfeuerwehrbereitschaften aus Peine und Celle.

Am nächsten Morgen ab 6.00 Uhr lösten weitere 88 Freiwillige Einsatzkräfte unserer Feuerwehr die erste Einheit ab, die dann am Mittwochnachmittag ihren Einsatz dort beenden konnte.

Parallel zu dem Einsatz in Hildesheim unterstützte der Rettungsdienst der Stadt Salzgitter die Evakuierung eines Altenheims in Goslar.

Katastrophenalarm im Landkreis Goslar

Da sich auch im Landkreis Goslar die Lage nicht verbesserte, wurde unsere Bereitschaft erneut angefordert, die bereits seit längerer Zeit im Einsatz gewesenen Einsatzkräfte zu unterstützen bzw. abzulösen.

Erste Vorbereitungen dafür wurden durch den zwischenzeitlich eingerichteten Stab der Stadt Salzgitter am Mittwochnachmittag getroffen, bevor es dann am Donnerstag losgehen konnte.

So rückten am 27. Juli 107 Mitglieder unserer Freiwilligen Feuerwehren Richtung Goslar aus. Das genaue Ziel was dieses Mal Rhüden am Harz. Die Ortschaft hat es besonders schwer getroffen, wie man an den Bildern erkennen kann:

Es wurden ca. 50 Keller leergepumpt, einen Pferdehof sowie eine Reithalle von Wasser befreit sowie diverse Sandsäcke zurückgebaut bis unsere Kräfte am frühen Abend wieder nach Salzgitter aufbrechen konnten.

Nach der Rückkehr am Donnerstagabend waren dann erst einmal keine weiteren Einsätze geplant, sodass unsere Bereitschaft aufgelöst wurde und die Einsatzkräfte in den wohlverdienten „Feierabend“ entlassen werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt ahnte jedoch noch niemand, wie sich die Lage in unserer Nachbarstadt Wolfenbüttel entwickeln würde.

 

Wolfenbüttel löst ebenfalls Katastrophenalarm aus

Am Donnerstagabend gegen 21.20 Uhr wurde in Wolfenbüttel der Katastrophenfall festgestellt und die Feuerwehr Salzgitter um Unterstützung gebeten.

Erste Vorbereitungen liefen daher bereits in der Nacht zu Freitag an, bis sich dann in den frühen Morgenstunden unsere Bereitschaft mit 85 Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr um 6.20 Uhr auf den Weg in die Lessingstadt machte. Die Hauptaufgabe unserer Bereitschaft war dort, die bereits in der Nacht eingesetzte Kreisfeuerwehrbereitschaft aus Gifhorn abzulösen und die Einsatzstellen zu übernehmen.

Im Bereich der Innenstadt musste das Rathaus vor dem Hochwasser der rückwärtig fließenden Oker mit mehreren Pumpen geschützt werden. Zusätzlich wurde dafür gesorgt, dass in mehreren Kellern das Wasser nicht weiter stieg, zumal es z. T. schon aus den Bodenplatten eindrang.

Am Okerufer bestand seit den Nachtstunden bei einem Seniorenheim die Gefahr der Überflutung. Zur Sicherheit wurden die Bewohner im Erdgeschossbereich vorsorglich evakuiert und in das naheliegende Klinikum verbracht. Der bereits in der Nacht durch die Einsatzkräfte errichtete Wall sowie die eingesetzten Pumpen konnten die Lage weitestgehend stabilisieren, eine Entspannung der Situation trat jedoch über längere Zeit nicht ein.

Erst die zwei angeforderten Großpumpen des THW aus den Fachgruppen Detmold und Fallingbostel erzielten die erhoffte Wirkung: Mit einer Gesamtförderleistung von 20.000 Litern in der Minute waren dieses Pumpen um ein vielfaches leistungsfähiger als unsere Feuerwehrpumpen (ca. 1000 Liter/min durchschnittlich, 5 Pumpen im Einsatz). Der Wasserpegel konnte so nicht nur gehalten werden, sondern ging bereits nach kurzer Zeit so weit zurück, dass unsere Pumpen abgeschaltet werden konnten und die Lage sich zunehmend entspannte. In Summe wurden in diesem Bereich ca. 20.Mio. Liter Wasser gefördert

Dies war dann auch für den Katastrophenstab die Grundlage dafür, dass um 15.50 Uhr der Katastrophenalarm offiziell wieder aufgehoben werden konnte.

Besonders erfreulich war es dann auch für die Heimleitung, dass die Bewohner am frühen Abend mit Unterstützung des DRK in ihre vertrauten Räumlichkeiten zurückkehren konnten.

Während unsere Kräfte die Abfahrtbereitschaft herstellten, kam es noch zu einem weiteren Einsatz. In der Nähe der Oker wurden ein Kinderfahrrad gefunden und die Vermutung lag nahe, dass das Kind in die Oker gestürzt ist. Kurzerhand unterstützen wir die Feuerwehr Wolfenbüttel bei der Suche mit einigen Kameraden. Zum Glück erwies sich die Annahme kurze Zeit später als falsch. Das Fahrrad wurde an dem Standort nur zwischenzeitlich abgestellt und das Kind war wohlbehalten und mit seinem Vater zu Fuß unterwegs – ein schöner Abschluss für alle Einsatzkräfte

 

Fazit:

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Salzgitter war die vergangene Woche sehr anstrengend und herausfordernd. Dies gilt in erster Linie für die Kräfte vor Ort, aber auch für alle Beteiligten, die im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben.

Wir sind aber auch froh, dass wir in kurzer Zeit vielen Menschen, den  Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Kommunen unserer Nachbarkreise in einer extremen Notsituation unkompliziert helfen konnten.

Besonders beeindruckt hat uns dabei vielfach die Reaktion der Bevölkerung: Neben spontanen Helfern, die ihre Unterstützung oder Material anboten, wurden unsere Einsatzkräfte an den Einsatzstellen von Bürgern und Unternehmen bestens verpflegt sowie unser Einsatz vielfach gelobt.

Darüber haben wir uns natürlich auch sehr gefreut, auch wenn das in keinem Verhältnis zu den angerichteten Schäden bei den Bürgern und Städten steht.

Wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft bei der Beseitigung und Regelung der Schäden.

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